Einrichtung und Aktivierung eines Microsoft KMS-Servers

KMS (Key Management Service) ist ein von Microsoft mit Windows Vista /2008 eingeführter Dienst zur Aktivierung von Volumenlizenzen und im Gegensatz zu MAK (Multiple Activation Keys) ohne die dauerhafte Erreichbarkeit der Microsoft Server anwendbar.

Ein im Intranet befindlicher KMS-Server wird alle 180 Tage von Microsoft authorisiert und verlängert den Status als gültiger Lizenz-Server für das Unternehmens-Netzwerk für Microsoft-Produkte. Aktiviert werden kann neben Windows 2008 R2 auch Windows 7 und Microsoft Office 2010 plus einzelner Programme wie Visio 2010.

Ab Windows NT6.1 (Server 2008 / Vista) wird KMS als Standardverfahren für die Lizenzaktivierung benutzt. Als Alternative steht weiterhin das MAK-Verfahren zur Verfügung. Bei jedem Aktivierungversuch werden Lizenznummer sowie Produkt-ID an Lizenzserver von Microsoft gesendet und verarbeitet. Bei mangelnder Erreichbarkeit schlägt die Aktivierung fehl. Im Gegensatz zum KMS-Verfahren ist beim MAK-Verfahren auch die Aktivierung per Anruf bei Microsoft möglich.

2. Einrichtung eines KMS-Servers

Zur Installation eines KMS-Servers wird ein Windows Server 2008 benötigt. Microsoft verwendet zur Lizenzverwaltung eine Logik aufgeteilt in mehrere Key-Gruppen mit entsprechenden Client-Versionen. Nachfolgende Tabelle erläutert die KMS-Host zu KMS-Client abhängigkeit. Ein KMS-Server mit „Server Group C“-KMS-Key ermöglicht die Aktivierung aller Server- und Client Versionen.

KMS-Key-Group

Möglicher KMS Host

Mögliche KMS Clients

Client VL

Windows Vista
Windows 7
Windows Server 2003 (KMS 1.2)

Windows 7 Enterprise
Windows 7 Professional
Windows Vista Business
Windows Vista Enterprise

Server Group A

Windows Web Server 2008
Windows Web Server 2008 R2
Windows HPC Server 2008
Windows HPC Server 2008 R2
Windows Server 2003 (KMS 1.2)

Client VL-Group
Windows Web Server 2008
Windows Web Server 2008 R2
Windows HPC Server 2008
Windows HPC Server 2008 R2

Server Group B

Windows Server 2008 Standard
Windows Server 2008 R2 Standard
Windows Server 2008 Enterprise
Windows Server 2008 R2 Enterprise

Client VL-Group
Server Group A
Windows Server 2008 Standard
Windows Server 2008 R2 Standard
Windows Server 2008 Enterprise
Windows Server 2008 R2 Enterprise

Server Group C

Windows Server 2008 Datacenter
Windows Server 2008 R2 Datacenter
Windows Server 2008 for Itanium

Client VL-Group
Server Group A
Server Group B
Windows Server 2008 Datacenter
Windows Server 2008 R2 Datacenter
Windows Server 2008 for Itanium

Vorraussetzung für die Installtion eines KMS-Host-Servers ist eine Windows-Domäne, ein vorhandener DNS-Dienst im Netzwerk und ein zur Verfügung stehender Server mit der Liste zu entnehmendem Betriebssystem. Statt eines MAK-Keys wird bei der Aktivierung über die CommandLine der KMS-Host-Key eingetragen. Der Warnhinweis der maximal fünf KMS-Host-Aktivierungen wird bestätigt.

  1. cscript C:\windows\system32\slmgr.vbs /ipk <KMS-Key>
  2. cscript C:\windows\system32\slmgr.vbs /ato
    1. slui.exe 4 (Für telefonische Aktivierung)

Nachfolgend muss der „Protection Service“ neu gestartet und in der eventuell aktivierten Firewall der „Schlüsselverwaltungsdienst“ für die eingehende Kommunikation freigegeben werden. Wenn ausreichende Domänen-Berechtigungen bei der Einrichtung vorhanden sind, wird gleichzeitig auch eine neue DNS-Zone angelegt. Letztere muss bei fehlender Berechtigung oder bei einem DNS-Server eines Drittanbieters manuell erstellt werden.

  • Service Location (SRV)
  • Dienst: _VLMCS
  • Protokoll: _TCP
  • Port Nummer: 1688
  • Host: FQDN

Über das setzen eines Schalters ist die erfolgreiche Aktivierung auch über IP und ohne DNS-Server möglich, von Microsoft jedoch nicht empfohlen.

Damit auch Microsoft Office Produkte über den KMS-Dienst aktiviert werden können, muss der „Key Management Service Host“ auf dem KMS-Host installiert werden. Während der Installation wird die Eingabe eines Lizenzschlüssels gefordert, dort ist der entsprechende Microsoft Office KMS-Key einzutragen. Die Installation prüft den eingetragenen Schlüssel bei Microsoft und erlaubt somit auch die Aktivierung von Microsoft Office.

3. Aktivierung von Produkten

Um Microsoft-Produkte über den KMS-Dienst aktivieren zu können müssen diese mit einem von Microsoft bereitgestellten Lizenzschlüssel versehen werden. Bei Microsoft Betriebssystemen können die benötigen Lizenzschlüssel im TechNet kopiert und für die Client-Installation verwendet werden.

Bei Office 2010 ist auch die Installationsressource als sogenannte MLF-Version zu beziehen und zu verwenden. Diese Version beinhaltet den benötigten KMS-Key von Haus aus und kann ohne Eingabe eines Lizenzschlüssels nach der Installation per KMS aktiviert werden.

Eine installierte Retail-Version kann über den Software Licence Manager nachträglich zu einer KMS-Version konvertiert werden.
Die Aktivierung der Lizenzen geschieht automatisch. Eine sofortige Aktivierung ist per CommandLine-Eingabe oder automatisiert nach der Installation mit folgendem Befehl möglich:

  • Microsoft Office 2010: cscript „C:\Program Files (x86)\Microsoft Office\Office14\OSPP.VBS“ /act
  • Microsoft Windows NT6.x: cscript “C:\Windows\System32\slmgr.vbs” /ato

4. Nützliches

Als wichtige Info noch zu erwähnen ist, dass die KMS-Aktivierung erst ab fünf installierten Windows Server / Microsoft Office oder 25 Client Installationen (und Domainjoins) seinen Dienst aufnimmt. Weitere Informationen gibt es direkt von Microsoft.
Zur manuellen Remote-Aktivierung von KMS- oder MAK-Installationen kann das „Volume Activation Management Tool 2.0“ verwendet werden. Eine übersichtlichere Möglichkeit bietet Microsoft mit dem Windows Key Management Service Management Pack für den Operations Manager 2007 an. Eine X-Domain-Einrichtung ist laut Microsoft ebenfalls möglich.

Ein Status vom KMS-Host lässt sich per CommandLine anzeigen:

cscript „C:\Windows\System32\slmgr.vbs“ /dlv
Microsoft (R) Windows Script Host, Version 5.8
Copyright (C) Microsoft Corporation 1996-2001. Alle Rechte vorbehalten.

Softwarelizenzierungsdienst-Version: 6.1.7601.17514

Name: Windows Server(R), ServerEnterprise edition
Beschreibung: Windows Operating System – Windows Server(R), VOLUME_KMS_R2_B channel
Aktivierungs-ID: c99b641f-c4ea-4e63-bec3-xxxxxxxxxxxx
Anwendungs-ID: 55c92734-d682-4d71-983e-xxxxxxxxxxxx
Erweiterte PID: 55041-00168-313-163342-03-1031-7601.0000-xxxxxxx
Installations-ID: 014123519243200921849683309042994394390285xxxxxxxxxxxx
Prozessorzertifikat-URL: http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=88342
Computerzertifikat-URL: http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=88343
Lizenz-URL verwenden: http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=88345
Product Key-Zertifikat-URL: http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=88344
Teil-Product Key: XXXXXX
Lizenzstatus: Lizenziert
Verbleibende Windows Rearm-Anzahl: 4
Vertrauenswürdige Zeit: 21.02.2013 14:50:58

Der Schlüsselverwaltungsdienst ist auf diesem Computer aktiviert.
Aktuelle Anzahl: 6
Abhören an Port: 1688
DNS-Veröffentlichung aktiviert
KMS-Priorität: Normal

Von Clients empfangene kumulative Schlüsselverwaltungsdienst-Anforderungen
Gesamtanzahl empfangener Anforderungen: 20
Empfangene nicht erfolgreiche Anforderungen: 0
Anforderungen mit Lizenzstatus „Nicht lizenziert“: 0
Anforderungen mit Lizenzstatus „Lizenziert“: 0
Anforderungen mit Lizenzstatus „Anfänglicher Aktivierungszeitraum“: 20
Anforderungen mit Lizenzstatus „Lizenz ist abgelaufen, oder bei der Hardware ist eine Toleranzüberschreitung aufgetreten“: 0
Anforderungen mit Lizenzstatus „Aktivierungszeitraum für Nicht-Originalsoftware“: 0
Anforderungen mit Lizenzstatus „Benachrichtigung“: 0

Weiterführende Links:
http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc303280.aspx
http://technet.microsoft.com/de-de/library/hh831612.aspx

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